Architektur

Die Bauwerke Frank-Rüdiger Hildebrandts folgen einem organisch lebendigen Strom, in dem alle Winkel erlaubt sind, nicht nur der rechte Winkel. Das führt zu freien Architekturformen, die als organischer 5 Funktionalismus bezeichnet werden können.
Allen Entwürfen liegt das Menschenbild der Antroposophie zugrunde.
Frank-Rüdiger Hildebrandt ist davon überzeugt, dass der Mensch in seinen vielschichtigen Seinsebenen mittelbar durch Farbe, Form und Gestalt der Architektur positiv angesprochen wird: so die körperliche Gesundheit durch biologisch einwandfreie Baustoffe, der sich bewegende Mensch durch Rhythmus und bewegte Formensprache, der seelenvolle Mensch durch Farbe und Geste des Bauwerkes, schließlich soll sich der individuelle
Mensch durch das Unverwechselbare eines Bauwerkes als Individuum angesprochen fühlen. Das heißt, Schule, Wohnhaus, Kaufhaus und Verwaltungsgebäude müssen sich auf charakteristische Weise unterscheiden.
Zudem fördern platzräumliche Baukonzeptionen die Begegnung und das Gespräch. Sämtliche Bauten Hildebrandts folgen diesem Prinzip. Bei den Schulen werden die einzelnen Bauabschnitte in ein Gesamtkonzept eingefügt, so dass zuletzt eine harmonische Hausgruppe und ein sozialer Begegnungsraum entstehen. Baukörper und Freiraum oder Raum und Gegenraum sind ihm gleichermaßen wichtig. Wenn das Bauvolumen dafür nicht ausreicht, wie bei dem evangelischen Gemeindezentrum in Alfter, so gestaltet er ein treppenförmiges Forum im Außenbereich, das diesen Zweck erfüllt.

Bauwerke und Projekte

Studienzeit Aachen 1962-67 2 Fotos: Hausgruppe

Studentenwettbewerb der Siporex-Industrie, flexible Wohnhausgruppe in Elementbauweise 1.Preis
Studentenwettbewerb der Ziegel-Industrie, Kirche in einer Baulücke in Aachen 2. Preis
Studentencafe in der Pontstraße in Aachen 1.Preis
erstes Haus mit Konferenzräumen, Elektrozaun Dr. Müller in Korbach zusammen mit Rolf Hetterich
sämtliche Arbeiten werden in das Studium integriert und anerkannt.

Büropraktikum bei Carlfried Mutschler Mannheim 1968-69

Realisierung einer Wohnbaugruppe in Mannheim Vogelstang
Architektenwettbewerb kirchliches Gemeindezentrum Mannheim, 1. Preis und Bauauftrag
Kritische Universität Heidelberg, Alternativprojekte u.a. Aktionszentrale und Wohnungen für Jungarbeiter statt kirchliches Gemeindezentrum in Mannheim

Planungskollektiv Architektur und Städtebau Frankfurt-M 1969-73

internationaler Städtebauwettbewerb mit Johannes Lundgreen ‚the town waggon‘
erstes Kinderspielhaus, Frankfurt Domstraße
Jugendzentrum Hoechst, Realisierung H.Lehmann diverse Wettbewerbspreise:
Kirchliches Zentrum Darmstadt-Kranichstein, Ankauf
Ortskern Flörsheim-M 1. Preis
Neue Stadt Liederbach 1. Preisgruppe
Stadt Karben Ankauf
Gesamtschule Offenbach 2. Preis

Realisierte Bauten:
Wohnhaus Bräuer, Heidelberg Boxberg 1970
Gesamtschule Schlüchten 1.Preis + Bauauftrag 1971
Berufsschulzentrum Darmstadt 1.Preis + Bauauftrag 1972
Motto „Schule ohne Wände“, freies Lernen im entgrenzten Raum‘

Alanus Bauhütte Alfter 1975-80

a Städtebauwettbewerb Witten Zentrum

Realisierte Bauten:
b Drogenheilstätte ‚7 Zwerge‘ Salem mit W.Ogilvie und G.Bockemühl 1975
c Waldorfschule Rengoldshausen mit W.Ogilvie und G.Bockemühl 1976
d Waldorfkindergarten Witten 1978
e Haus Dr. Waterkamp Hagen 1979
f Kultur-Erlebnisweg-Alfter seit 1980

Bauhütte im Schloss Alfter, seit 1980

mit Ulrich Hermans, Tim Lütje

Wettbewerb Kunstmuseum, Bonn
Wettbewerb ökumenisches Gemeindezentrum, Bonn Brüser Berg
Wettbewerb Holzbauforum, Nettersheim Eifel
Städtebauwettbewerb Königswinter
Evangelisches Gemeindezentrum Köln Flittard

Realisierte Bauten:
Michaelkapelle Bad Godesberg – im Kontext der Neogotik 1980/82
Evangelisches Gemeindezentrum Alfter – Kirche als Ort neuer Innerlichkeit, 1994

Schulbauten nach Hildebrandts Erfindung „Schule ohne Flure“, da Waldorfschulbauten von der Gründung bis zum Endausbau viele Jahre benötigen, gibt ein städtebaulicher Plan die schrittweise Realisierung vor. So enstehen:
Waldorfschule Heidelberg – Schule als Kommunikationszentrum
Schulhäuser, Werkstätten, Kindergarten seit 1982
Waldorfschule Erlangen – Schule ohne Flure seit 1989
Waldorfschule Dinslaken – die Platzbildung im Haus seit 1992
Waldorfkindergarten Erftstadt, Liblar 1997
Wohnhausgruppe im Lerchenfeld, Bergisch-Gladbach 1998
Alanus Hochschule – städtebaulicher Plan und realisierte Bauten: 1998,
Ateliers, Werkstätten, Seminarräume und Gästehaus bilden einen Kunsterlebnisweg, der zum historischen Johohannishof führt. seit 2000
Waldorfschule Hagen, Veranstaltungsfoyer, Sporthalle, Werkstätten 2004
Hohenfried Heimat‘ Lebensort für Menschen mit Behinderung
Bayrisch Gmain-Bad Reichenhall, städtebaulicher Plan 2005
Dorfplatz und Wohnheim für 60 Menschen
Farb- und Bildgestaltung, individuelle Möbel 2006, anhand von 6 Themen zur Identität und Unterscheidbarkeit der Wohngruppen: Commonwealth – Poesie der Zusammenfindung
Mediterran – Getragensein und Lasten
Bergwelten – Rhythmus der Höhe und Weite
Design i.M. Mondrian – Charakter der Komposition
Zen – Ruhe im Einssein
Skandinavien – Reinheit im Lichtäther